Kroatien 2017. Oder: Bei jedem Wetter

 

Sonntag, 17.9.2017

Pünktlich treffen alle ein, wir verbinden die Senas und eigentlich kanns schon losgehen. Wir wollen die A2 bis kurz vor die Grenze, dann über den Wurzenpass und anschließend über den Vrsicpass. Nachdem wir uns irgendwo ins Regengewand gezwängt hatten, haben wir aufgrund der tiefhängenden Wolken dieses Vorhaben gecancelt. Weiter über den Trojanepass. Wir sind dann über Maribor und Celje nach Ljubljana gefahren, als die Wolken aufrissen. Raus aus dem Teletuppi. Kaffeepause bei einem Straßenlokal bei Crni Kal. Keine 100km vor unserem Quartier entfernt. Um 16:30 haben wir schon die Zimmer bezogen. Villa Andor in Ankaran/Slowenien. Präsi und Vize bekamen die Präsidentensuite, das einzige Zimmer mit Terrasse. Natürlich stellten die beiden diese für Rauchen und Wäsche trocknen zur Verfügung. Nach dem Umziehen war noch etwas Zeit bis zum Abendessen. Für was wurde die Zeit genutzt? Eh klar, fürs Biken. Wir sattelten trocken umgezogen auf und ritten gegen Italien. An der Küste über Muggia bis Triest in unseren alten k.u.k. Kríegshafen.

Von 1382 bis 1918 gehörte Triest zur Habsburgermonarchie beziehungsweise zu Österreich-Ungarn. Sie war sein bedeutendster Handelshafen, einer der Stützpunkte der k.u.k. Kriegsmarine sowie Sitz des Statthalters des Österreichischen Küstenlandes (Litorale) beziehungsweise der 1861 daraus gebildeten drei Kronländer Gefürstete Grafschaft Görz und Gradisca, Markgrafschaft Istrien und Reichsunmittelbare Stadt Triest. Kulturell und historisch blieb Triest auch als Teil Italiens seit 1918 ein Ort des Zusammentreffens von Kulturen, Sprachen, Ethnien und Religionen („Città mitteleuropea“).

Hoastl übernahm die Führung. Er führte uns, nachdem wir die Bikes in der Nebenfahrbahn abgestellt hatten, über die Fußgängerzone bis zum Canal Grande. Nicht zu verwechseln mit dem Canale Grande, denn der ist woanders. Nach einer interessanten Wanderung setzten wir uns in den Schanigarten vom Cafe Rossini an der Ecke Via Gioacchino Rossini mit der Joyce Brücke über den Canal Grande

Zurück in der Villa Andor haben wir uns am Abend ein feines Abendessen mit zugehörigem Spritzer hineingestellt.

 

Montag, 18.9.2017

Frühstück. Abfahrt um kurz nach 9. Tanken. Über Nebenstraßen quer durchs Landesinnere. Über den Bergpassgrenzübergang Socerga fuhren wir nach Kroatien. Über Buzet weiter durch die Berge. Schau da ist rechts ein See, na des is a Übaschwemmung, da stehn Bäume drin. Wir fuhren ohne Regengewand über eine gemütliche Bergstrecke Richtung Rijeka. Weitergefahren, da kam eine geile Brücken - Autobahn- Straßen Konstruktion, wo wir nur im Kreis gefahren sind. Es kam der Notruf: „Hallo, Blase meldet voll, muss loswerden!“ Wir sind dann einfach in eine Nebenstraße eingebogen und sind der Straße bis nach unten gefolgt. Interessant ist immer, dass du von der Hauptstraße nur einmal abbiegen musst, und schon bist in einem kleinen Dorf.

Do schau, a Tschocherl mit blauem Dachl.  Im Gegensatz zu RIGPEK, wo es immer heißt 3:3 , ist es bei dieser Gruppe 4:3.

4 Espresso, 3 Kaffee mit Müch. Wir genossen das Koffein und brachen bald darauf wieder auf. Es begann schon wieder zu regnen. Vor Beginn der Küstenstraße sind wir bei der Tankstelle, weils so schee woa, glei ins Gummigwandl ghupft. Gut, wars, denn 10 km später hat es von oben und von unten geregnet. Nach einer Weile haben wir uns entschlossen, einmal die Route zu verlassen und 90 Grad abzubiegen um in die nächste Bucht zu fahren.

 

Das probierten wir gleich aus. Man glaubte, diese Straße führte ins Nirvana, doch wir haben uns getäuscht. Wieder eine total liebe, idylische Ortschaft namens Lukovo direkt am Meer. Es war geil, kleine enge Straße , Kehren und dann sind wir am Meer gestanden, raus aus dem Teletubbi und Seele baumeln lassen. Foto machen.

Wir wurschtelten uns aus dem Regenhäutl und genossen die Ruhe. Nur das leichte Plätschern der Wellen am Strand.

Wir cruisten an der Küstenstraße entlang bis wir in Karlobag, im Hotel Velinac, unserem Ziel, eintrafen. Zimmer bezogen. Spritzer/Bier getrunken. Nach der kleinen Stärkung blieben Geada und Hömsi im Ort. Der Rest der Truppe fuhr noch ein bissi. Es ging Richtung Kurvenbar. Die, ich möchte sagen, schönsten Kurven der Küstenstraße.

Rechts neben uns befindet sich die Insel Pag, die wir morgen abgrasen wollen. Doch jetzt Konzentration auf die Kurven. Wir frästen zügig dahin und waren bald da. Nach der Begrüßungsrunde haben wir uns gedacht, wir nehmen einen kleinen Happen. Tschiwawaln für 5 mit viel Zwiebel und Ayvar. Während des Wartens werden natürlich Eindrücke der Fahrt jedes Einzelnen erzählt. Die beste Story war von Hoastl. „Wir foarn ziemlich ordentlich auf dera Küstnstrossn , kummt a 40ga Tafal, naujo howi ma denkt, glei werdns in de Eisn geh, nix! A 40ga! Wir mit 110 km/h auf de Kuavn hin, do bremst kana! Mia krepian olle! I hob nua no docht, dass ma uns olle nua mea aun de aum Fösn pickatn Nummantofln erkenna hätt kenna!!“

Na, wasd, da 40ga is nur a Empfehlung – eher für LKWs :-)

Etwas gemütlicher gestaltete sich die Retourfahrt aufgrund nassen Belages wegen Nässe von oben. Als wir wieder alle vereint waren, gingen wir in die nahe Pizzeria Susanj, wo wir wieder einiges zu uns nahmen und etliches zu erzählen hatten.

 

Dienstag, 19.9.2

Es schüttet wie aus Kübeln. Wir treffen beim Frühstück zusammen. Das Brot wird im Mund immer mehr, es erinnert an das Dosenbrot beim Bundesheer.  Hoastl gibt mit den Worten: „Des kriag i ned owe“, auf. Wir starten fein eingehüllt in unsere Ganzkörperkondome die Boliden um 0930. Es geht ca. 20 km nach Norden um die Fähre bei Prizna zur Insel Pag zu erreichen. Eine geile Abfahrt zu dem kleinen Örtchen, die wir gerne bei Sonnenschein gesehen hätten, na man kann nicht alles haben. Geada öffnet die Kiste und bezahlt die paar Mücken. Wir warten nur noch kurz, denn die Trajet legt bereits an. Wir sind, gemeinsam mit 5 Autos, alle die übersetzen. Auf der Fähre fällt uns spontan ein Lied ein, welches wir sogleich vertonen und verfilmen.

Nach kurzer Fahrt, räumen wir die Fähre und berühren mit den Gummis die Insel Pag. Wir halten uns an die Route und fahren immer Richtung Süden. Es gibt hier nicht viel zu berichten, es schüttet und langsam erzählt jeder wo es hineinsickert. Wir kommen am Ort Pag vorbei, sehen gerade noch die Salinen. Gerade noch ist richtig, denn der einsetzende Nebenl ist auch nicht von schlechten Eltern. erinnert eher an Irland oder Nordengland. Endlich sehen wir die Pag-Brücke, die Pag mit dem Festland verbindet. Die Küstenstraße liegt vor uns. aber heute nehmen wir die 40er eher ernster als gestern. Bei der Kurvenbar eingetroffen nehmen wir im Innenraum Platz.

Zuerst einen Kaffee ehe wir Cevapcici mit Pommes ordern. Heute mal jeder auf seinen eigenen Teller

Engländer kommen noch herein, genauso nass wie wir. Die Burgenländer haben wir bereits vertrieben. Mit der Zeit denken wir ans Aufbrechen. Alter, jetzt beginnt es erst richtig zu wascheln, es schwabt richtig den Regen unter die Terrasse. Die Lacher hatte Sipu auf seiner Seite, als er den Helm von draußen reinholte und ihn umdrehte und das Wasser rauslief. Nach dem fetten Donner brechen wir auf. Wir werden von den restlichen Gästen fotografiert, denn solche Irre haben sie wahrscheinlich noch nie gesehen. Super! Als wir wegfahren, wird es etwas leichter, man sieht auf der Straße wieder so an die 60m. Bald darauf sind wir in unserem Quartier und lachen uns erstmal aus. Im ersten Stock steht dann das Wasser, von unserem Gewand. Nach dem Duschen treffen wir uns an der Bar und reden deppat, was uns nicht schwerfällt. Geada, die sich einen Föhn von der Rezeption ausgeborgt hatte, borgte ihn gerne Präsi, der ihn in einen seiner Stiefel steckte. (Und Stunden später in den anderen).

 

Mittwoch: 20.9.2017

Als Vize und Präsi zum Frühstück kommen, waren alle anderen schon fertig, Präsi hat gleich vom Supermarket Gebäck besorgt. Mit der Zeit hatten alle aufgeladen und waren fertig für die Abfahrt. Wir tankten und bogen gleich danach rechts Richtung Triglav Nationalpark ab. Wir arbeiteten uns die wunderschöne Bergstrecke Richtung Landesinnere nach oben.. Enzo sagte die Temperaturgrade an, die pro 50 Höhenmeter immer mehr runterfielen, reziprokproportional quasi. Bei 8° C. stand ein fettes schwarzes Gewitterband vor uns. Uijegerl, do scheißts uns eine. An der Küste blieb es schön, so kehrten wir um und fuhren zurück zur Küste. Wir hatten Glück, das Wetter hielt. Bei Senj zahlte Präsi eine Runde 4:3. Die gegenüberliegende Burg wurde kurz besichtigt.

Die Festung Nehaj thront über der Stadt auf dem gleichnamigen Berg Nehaj, war einst der Sitz der Uskoken und wurde im 16. Jhd. erbaut. Heute ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel das auch ein Museum beherbergt. Bekanntheitsgrad erlangte die Burg durch das bekannte Kinderbuch "Die rote Zora und ihre Bande".

Die Anlage hat einen quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 23,5m und eine Höhe von 18m. In drei Wehrgeschossen sind 100 Schießscharten für Handfeuerwaffen und elf Geschützscharten angeordnet. Im zweiten Wehrgeschoss und auf der Dachplattform gibt es an allen vier Ecken vorkragende Halbtürme, die die Bestreichung der Flanken ermöglichen. Im Inneren der Festung gibt es einen engen Innenhof.

Wir fuhren auf der Küstenstraße weiter bis wir in die Berge abbogen bis zur Grenze nach Slowenien. In Slowenien ging es so weiter. Wir kamen auf Nebenrouten durch kleine Ortschaften mit großem Namen wie zB: Gorenje. Als über Funk die Meldung von Vize kam: „Ui, i glaub i hob an Potschn!“ Präsi: „Ok, do is eh grod a Pakplotz“. Das war jetzt wie in der Boxenstraße. In Windeseile wurde gesucht, ausgepackt, mit der Reibahle fest gestochert, das Gummi-Würschtl vorbereitet, Kleber drauf, einigstochn, rauszaht, fertig, rauch ma ane. Nach einer Tschicklänge wurde mittels mitgeführten Kompressor aufgepumpt – Passt foar ma. Als die nächste Drogenstange durchgezogen wurde, sind wir gleich in das dahinterliegende Lokal gegangen. Suppe! A) zum Finger wärmen, B) um uns von innen zu wärmen. Nach dem Zahlen haben wir uns – wie schon so oft – in die Überzieher geschmissen und den Rest des Weges bis zur österreichischen Grenze am Bandl zurückgelegt.

Gegen 18:46 Uhr trafen wir in der Route 69 ein, wo bereits der Inschinör mit R.I.G.P.E.K. Günta sowie der Schüchaspritzer auf uns warteten. Nach einem Duscherl gabs Backhendl, Steak und sonstiges Allerlei. Sipu bekam sein Bier, alle waren glücklich. Geschichten wurden erzählt…nur das Lagerfeuer fehlte. Martina, Jungchefin der Route setzte sich nach dem Essen zu uns und wir plauderten. Der Ihrige war a bissl nervig, weil er immer die Musik so laut aufdrehte…kommt mir bekannt vor. Dann haben wir uns noch Peter eingetreten, ziemlich dünn aber trotzdem fett… Gedankenspielchen! Gute Nacht!

 

Donnerstag: 21.9.2017

Nach einem echt ausgiebigem Frühstück, wers kennt, weiß, dass man danach gleich wieder schlafen gehen könnte, verabschiedeten wir uns. Über Nebenstraßen, wie die steirische Weinstraße, vorbei an etlichen Klapotetzen, über Stainz bis Voitsberg. Bis hierhin war das Wetter annehmbar und die Straßen trocken. Wer sich etwas in Geographie auskennt, weiß vielleicht, dass hier die Gaberlstraße beginnt. Eine gut ausgebaute Bergstraße, die aber hier etwas nass in den Kurven war, aber sie ging trotzdem gut zu fahren. Wir kurvten auf der Stubalm bis auf 1560 m Seehöhe zum Gaberlhaus. Schneefotopause. Weiß eigentlich wieso das Gaberl und das Gaberlhaus so heißen? Sind beide bereits seit über 100 Jahren nach Gabriel „Gaberl“ Klauzer, dem Besitzer des Schifahrerstüberls benannt. Die dichten Wolken, die schwer nach Schneesturm aussahen, machten uns die Entscheidung leichter hier nicht eine berühmte Cremeschnitte zu uns zu nehmen. Der Wirt säuberte die Terrasse gerade mit der Schneeschaufel. Doch als wir runterkamen und bereits den Triebener Tauern in Angriff nehmen wollten – pfuuu, do woars schwoaz, haben wir uns in Pöls was gesucht. Und nichts gefunden. Bei der Feuerwehr haben wir uns wieder mal ins Regengewand geworfen, mittlerweile haben wir ja Übung darin und sind dann eher am schnellsten Weg heimgefahren. Es sei hier erwähnt, dass wir beim Tanken noch auf Pullover aufgestockt haben. Also Michelinmanderl schlechthin. Abschlussfoto vor dem Club. Gute 1800 km

Resumee: Alle gut drauf, trotz Schlechtwetters. 4-5 Tage sind eine ideale Zeit zum Biken. Da gehen dir auch nie die Schmähs aus. Herzlichen Dank an alle für den Spaß, für die Kollegialität, für das respektierte Miteinander. Es war eine echte Ausfahrt in genau diesem Sinne.                -Präsi-

Zum Schluss: Obs stürman tuat, obs schneibm mechat, mia foarn bei jedn Weda, das MRC Schwechat.

Fotos: Geada, Vize, Sipu, Hömal, Enzo, Hoastl, Päsi

Filme: Enzo