Grande Tours de Alps:
Der offizielle Startpunkt der legendären Route des Grandes Alpes liegt in Thonon-les-Bains am südlichen Ufer des Genfer Sees in Frankreich. Von dort aus führt die rund 700 Kilometer lange Panoramastraße über 16 bis zu 2764 Meter hohe Alpenpässe bis nach Menton an die Mittelmeerküste.
Begleiten wir Vize und Präsi bei ihrer Tour über 30 Alpenpässe (16 fahren alle).
4.6. bis 16.6.2026
Viele Fotos in der Bildergalerie

Die Idee von Vize, die Route des Grandes Alpes abzufräsen geisterte schon lange durch seinen Kopf. Präsi war auch begeistert, nach dem Motto: Wir fahren wieder ins Abenteuer. Eine echte Tour – Neuland. Trotz Bemühungen und Nachfragen, war kein Echter sonst noch zu begeistern. Schon ein paar, aber aus diversen Gründen: Na geh, da simma schon woanders….fuhren wir nur zu zweit.
Grand Tour de Alps
Tag 1: 4.6.2026 10 Stunden unterwegs. 513km.
Treffpunkt um 08.00 Uhr beim Präsi. First Lady verabschiedete uns und schon gings über die S1 auf die A2 und bei Mürzzuschlag runter nach Kapfenberg. Kurze Pause in der Taverne der Burg Oberkapfenberg. Im Garten der Burgtaverne gönnten wir uns ein Sozi.

Es gibt ein Liedchen, welches das Kircherl am Berg von Straßengel besingt. Präsi wollte sich die anschauen, wenns schon ein Lied davon gibt. Super. Anfahrt wunderbar und direkt davor ein Tschocherl, wo wir uns ein Sozi und einen Wiener Suppentopf gönnten.

Weiter über kleine Straßerl, die B70 Pack, zum aufgestellten Saab Draken in Voitsberg und über die B100 Klippitzthörl, bis Oberdrauburg. Dort haben wir uns bei Hedi eingemietet. Balu machte uns mit diesem Bikerhotel bekannt. Vor einigen Jahren waren Sipu, Vize und Präsi schon mal dort, auch Geada und Hömal. Dieses Hotel wurde mit dem Echt’n Prädikatspickerl ausgezeichnet.

Tag 2 5.6.2026
Gleich nach dem Aufstehen ein Blick aus dem Fenster. Es schaute gar nicht mal so gut aus, vielleicht wird’s nach dem Breakfast besser. Kurz nach 7 waren wir die Zweiten bei Tisch. Wurst, Käse, Ei, Weckerl und ganz viel Kaffee. Wir bezahlten jeder 100€ für Abendessen (Steak) 2 Bier, 1 Sozi, Übernachtung, und Frühstück –das geht. Jetzt aufpackeln und kurz überlegt, ob wir uns das Regengewand überhaupt anziehen sollten. Nebenbei erwähnt: 5 Grad! Als wir aus der Garage schoben, wussten wir es: Anziehen! Es regnete sich ordentlich ein, doch uns wurscht. So fuhren wir mal los. Es gibt hier Orte mit klingendem Namen wie Psein, Grua und Pisweg. . Wir fuhren Richtung Sonnenschein und am Furkelpass auf 1789m haben wir uns des Regengewandes entledigt. Auf unserer Route stand ein Fahrverbot. Wer uns kennt, weiß, dass hält uns nicht auf. Die Straße führte über enge Kurven nach oben. Ein Pärchen mit Kinderwagen meinte, die Straße ist gesperrt. „Danke, wissen wir, wir versuchen mit den Bikes durchzukommen“. Doch nach 2km war Ende der Fahnenstange. Holzbauarbeiten, Baumstämme quer über die Fahrbahn und mordsdrum Geräte, die mit drei Seilen am Hang gesichert waren. Die schnitten hier ganze Waldstücke aus dem Berg, da dürfte ein Käfer volle Arbeit geleistet haben. Große Flächen komplett abgestorben. Umdrehen und wieder retour. Komisch, wir begegneten jetzt mehr Autos, die alle nach oben wollten. Die eine Dorfdurchfahrt blieb uns in Erinnerung. 2m Durchfahrtsbreite, vor uns ein eh schon Mini PKW und grad, dass der nicht die Kirchenmauer streifte. Wie sind dann die riesigen Baufahrzeuge nach oben gekommen? An der Straßenkreuzung haben wir noch 2 Bikerpärchen auf 4 Bikes aufgehalten und ihnen erklärt, dass wirklich nichts geht. Gut, wir sind ja flexibel. Der nächste Bergpass war das Grödnerjoch 2136m. Nicht viele Leute unterwegs. Bestes Bikewetter. Am Joch machten wir Pause und zogen uns die Gegend rein.

Im Souvenierladen deckten wir uns mit Pickerl ein. Der nächste große Pass war der Sellapass 2250m. Natürlich wurde hier auch ein Stopp eingelegt. Da gibt’s ein Tschocherl mit Bikeparkplätzen genau vor der Türe. Mit 2x2 also große Sozi und Kaffee. Die Kellnerin, als sie uns alles brachte. „Ist das so richtig, ich weiß nicht was ihr Österreicher mit Soda Zitron meint? Das gibt’s bei uns nicht“. Wir erklärten ihr den Unterschied von Mineral und Soda, waren aber mit Mineralwassser, Zitrosaft und Scheibe hoch zufrieden. Vor allem die Sicht auf die direkt vor uns hoch aufragenden 3 Zinnen war atemberaubend.

Später kamen wir bei einem alten Viadukt vorbei. Keine Wasserleitung, keine Eisenbahn, keine Ahnung. Es führte aber ein Gehweg darüber. Da muss es doch eine Abfahrt dazu gegeben. Ah, zwischen den Weinstöcken, ziemlich steiniger, steiler Weg, ok, los. Schon standen wir am Viadukt. machten Fotos usw. Ein Pärchen machte Fotos von uns im Hintergrund der Kalterer See und der Mendelpass.

Darunter lag ein Tal. Den oberen Teil bildet der Kalterer See. Soweit das Auge reicht Obstbäume unter Netzen (Birnen, Äpfel, Wein) Etwa eine Stunde fuhren wir durch dieses Tal, ehe es auf der anderen Seite wieder in die Berge ging. Wir kamen durch Margreid an der Weinstraße durch, vorbei am Lago di Molveno, bei Ponte Arche bogen wir ab,

Vorbei am Lago di Ponte Pia, bevor wir zu unserem erkorenen Ziel, dem Sporthotel am Lago di Tenno eintrafen. Zimmer gecheckt. Die alten Besitzer, sicher über 80, die wir vor 3 Jahren kennengelernt hatten, sind immer noch da. Urgesteine quasi. Nach dem Duschen bestellten wir uns erstmal ein Birra und eine Pizza. Die war sehr gut. Nur das Internet war alles andere als zufriedenstellend. Die Kellnerin machte uns dann einen Hotspot, und Zack! Vollanschlag. Wir verfolgten unsere Route und versuchten herauszufinden wie das Tal mit den Obstbäumen hieß, nix. Hier haben wir uns so lange mit Routenplanung und Recherche aufgehalten, dass wir vergessen hatten den Bericht zu schreiben. Präsi schrieb ihn am Morgen. Mit den Steckdosen haben sie es nicht so, es gibt zwar Euronorm Flachsteckdosen in Form von 2 Löchern aber nirgends bekommst du einen Schuko eines Ladegerätes rein. Im Bad war eine Schuko. Aber kein Tisch. Hinterm Kastl fürn Fernseher war ein höchst fraglicher Übergangsstecker. Abgebaut, Fernseher wieder angesteckt, Schukoübergangsdings beim Bett angesteckt, beim Schreibtisch gabs keine Steckdose. Kleines Kaffeetischerl, Oida woa dea schwa, zum Bett gezogen und dort den Bericht fertiggeschrieben. Übrigens lustig, wir bekamen das gleiche Zimmer welches wir mit Sipu hatten.
Übrigens der Übergangsstecker wurde zu unseren Gunsten eingezogen. 339km – 10 Stunden unterwegs.
Tag 3 Lago di Tenno – Pont St. Martin
Wir lassen das Frühstück aus, das extra zu bezahlen gewesen wäre. Auf geht’s Richtung Pranzo. SP 37. Wir geben uns den Kurven hin. Das Wetter ist bewölkt und richtig angenehm. Die nächste Sicht auf ein Wasser ist der Gardasee. Um dem Verkehr an der Gardaseestraße zu entgehen, biegen wir vor Riva in den Tunnel ab, SS240 der uns zum Lago di Ledro bringt. Jetzt wäre ein Kaffee schon angepasst. Rechts das Tschocherl bietet uns gleich dazu ein Croissant an, das wir gerne nehmen. Danach kommen wir zu einem wunderschönen Wasserfall. Nein, wir nehmen keine Dusche, sondern machen nur Fotos und fahren weiter.
Vorbei am Lago di Ledro. Wieder Kurven, Kurven, Kurven. Beim Lago di Idro sehen wir ein Mausoleum.

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Der Sacrario di Monte Suello erinnert an die garibaldinischen Gefallenen der Schlacht vom 3. Juli 1866, die am Ufer des Idro-Sees während des Dritten Italienischen Unabhängigkeitskrieges stattfand. Das zwischen 1883 und 1885 auf 406m über dem Meer erbaute Gebäude im byzantinischen Stil birgt die Gebeine der Freiwilligen in einer darunterliegenden Krypta, während eine Büste von Garibaldi und Gedenktafeln an die Kriegsereignisse von 1848 und 1866 erinnern. |
Nach der Überquerung des Passo Crocedomini (1895m) machte sich Hunger macht sich breit und eine Pause tät uns gut. In Oltre il Colle spricht uns die Pizzeria am Straßenrand an. Wir nahmen jeder einen Liter Mineral und Spaghetti Alio e olio. Als wir von einem Berg über ein Tal blickten sahen wir eine goldene Jesus Statue, ähnlich dem Corcovado in Rio de Janeiro. „Glaubst, gibt’s da eine Auffahrt?“ „Na ganz sicher!“ Wir orientierten uns nach der Statue und es gab hier eine Auffahrt, oder war es der Kreuzweg? Na uns wurscht. Oben auf der Anhöhe erwartete uns drei Kriegerdenkmäler, eine Kirche und der Jesus. Statue des Christkönigs in Bienno.

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Die monumentale, 8 Meter hohe Christkönig-Statue in Bienno thront auf dem Colle della Maddalena und dominiert das Camonica-Tal. |
Die Kapelle war geöffnet und wir bekamen den 3-D Flash.

Dieses Muster kennt jeder und hält es für computergeneriert, doch das dies schon so alt ist?!
Weiter gings Richtung Porno, ähhh Borno. Durch den Natur-park von Paline. Thema Ladungssicherung. Auf einem fahrenden Pick Up stand auf der Ladefläche ein mächtiger Hund, der wie ein Surfer hinten austariert und hält immer den Kopf links über die Reeling raus. Dann hat er auf die hintere Scheibe gepieselt. Wahrscheinlich zu viele Kurve, wos was ma?
Der nächste Pass war der Passo Bresso della Presolana mit 1297 m. Weiter zum Passo di Zambla. 1264m. Wir entschlossen uns auf die Formel 1 Strecke nach Monza zu fahren. Na, wennst schon in der Gegend bist. Wir ließen Bergamo rechts liegen und trafen um 15:50 auf der Rennstrecke in Monza ein. Dieses Autodromo liegt mitten in der Stadt, umgeben von einem riesigen Park. Als wir in der Stadt neben einer Mauer fuhren hörten wir schon öfters Motor-dröhnen. Doch wo ist die Rennstrecke?
Ein unscheinbarer Parkeingang. Fahrverbot! Na genau!
Wir fuhren durch einen steinernen Burgtorbogen in den Park. Anscheinend waren wir richtig, denn wir standen am Vittorio Brambillaplatz. (War italienischer F1 Fahrer, bekannt als schnell und unfallträchtig, In einer Saison an die 40 Chrashs im Training und Wettkampf).
Da gab es 2 Standln. Wir fragten nach dem Weg. „Si, si, fahrts nur den Weg entlang, es ist alles ausgeschildert!“ Das ist, wie wenn du in Wien in die Prater Hauptallee einfährst. Viele Bäume, eine Menge Leute, keine Rennstrecke. Gut, wir fuhren der Straße nach, durch Unterführungen, immer Richtung Information und Shop. Am Shop eingetroffen, trafen wir auf ein Denkmal des Juan Manuel Fangio.
Natürlich sofort ein Foto. Komischerweise haben sie weder Patch, Pickerl oder sonstigen Andenkenkram. Gut, ein Magnet um 5 €. Und dann dem Lärm nach. Wir fuhren unter einer Unterführung durch und standen auf der Wiese neben der Brücke 5, direkt an der Rennstrecke. Und da pläderte schon wieder einer vorbei. Tourenwagen. Wir machen Videos und Fotos und sind ganz elektrisiert.

Um einige Kilometer gut zu machen, schmissen wir uns aufs Bandl Richtung Aosta. Nach einer guten Stunde merkte Präsi, dass mit seinem Bike etwas nicht stimmt. Lotte reagierte anders als sonst. Langsamer! Vize fuhr vorne und wurde auch langsamer und blieb dann stehen. Der Funk war bereits seit einer ½h leer. Fazit: Patschen hinten. Na gut, ist ja gleich repariert. Nagel suchen. Doch da war keiner. Das Ventil war abgebrochen!!! Na, da hilft nix mehr. Hamma auch noch nie gehabt. Gut, Vize sicherte hinten ab und mit Warnblinkern fuhren wir im Schritttempo zur nächsten Notrufsäule (Nr.4). Präsi hatte noch soviel Luft, dass dies ohne Schaden vom Reifen ging. (Oda a ned)
Die kurze Geschichte: Warnjacken aufs Moped geschnallt, Notruf in die nächste Werkstätte abgesetzt, 10 min später tauchte ein ital. Asfinagler auf. Wir erklärten die Situation und er war nur beim Telefonieren. Er sicherte ab und begab sich zu Fuß entgegen der Fahrtrichtung und wachelte mit einer orangenen Fahne. Wir warteten hinter der Leitplanke das Tow away Car ab, das auch bald eintraf. Ladefläche hinunter. Der Abschlepper meint, wir schieben jetzt das Bike rauf, Präsi dachte nicht daran und fuhr gleich mit dem Bike rauf. In die Vorderradaufnehmunge rein, 1. abgewürgt, fertig. Vorderradbremse gezogen, passt. Gemeinsam wurden Präsi und das Bike in die Höhe gezogen, Bike verzurrt und schon gings ab. Der Fahrer telefonierte mit der Werkstätte und checkte uns ein Hotel.

Samstagabend und alles zu. Bike in der Werkstätte eingesperrt, Hotel bezogen und gleich mal an der Bar sitzen geblieben. Nach 3 Bier sind wir draufgekommen, es ist schon 9, also 21:00 Uhr. Die Pizzeria sperrt um 22. Also schnell ins Zimmer, umziehen und per pedes durch die Ortschaft. Pizzeria mit Live Musik im Innenhof. Mega Laut. Nach dem Essen ins Hotel und nach Duscherl ins Bett gefallen. 411 km. 12 Stunden unterwegs.
Tag 4 Hotel Crabun Pont ST. Martin. Wir bleiben im Ort.
Um 08:15 zum Frühstück gegangen. Es gab alles was man wollte. Danach haben wir unsere Läppis geholt und den Bericht des gestrigen Tages aufgeschrieben, Fotos eingespielt und Vize hat auf Präsis Kistl die kommenden Touren eingespielt, da seiner den Bildschirm aufgegeben hatte. Gegen 13:00 haben wir uns in die Kutte geworfen und sind zur nahen Burgfestung Fort Bard gefahren. Meuli fuhr, Präsi hinten drauf. Gleich in die Tiefgarage hinein – kostete 5 €. Mit dem Aufzug zum Eingang. 15€ pro Nase und schon sind wir mit dem Schrägaufzug, einer Coladose mit Fenstern gleich, wackelig in die Höhe gefahren. Vorher haben wir uns am Automat mit Mineralwasser ausgerüstet. 1€ für 0,5 Liter war sehr moderat. Im Souveniershop 2 Magnete und Pickerl gekauft.

Die Dame fragte, ob wir Biker sind. SI! Sie meinte, sie schwärmt für Harley. Präsi gab ihr den Gnadenstoß: „Harley is not a Motorbike!“ Es gab weitere zwei dieser Schrägaufzüge. Die Aussicht von dieser Burg ist enorm. Man sieht in ein 5km weites Tal, welches 600m breit ist. Da sah man damals schon Besucher oder Feinde Tage bevor sie eintrafen.
In der Burg selbst gibt es derzeit 5 Museen, Seminarräume, ein Hotel, 2 große Veranstaltungsinnenhöfe. Wir sind von einem Raum zum anderen. Eine Multivisionsschau mit Beamern, zeigte die Entwicklung der Kriegswaffen von der Steinbockramme bis zu großen schweren Kanonen und den Flugzeugen. Wir waren etwa 4 Stunden unterwegs, als uns schon ziemlich der Durst plagte. „Due grande Birra“, waren im Tschocherl gleich bestellt. Und wennst schon da bist, bring uns mal die Speisekarte. Er brachte einen hölzernen Bierdeckel auf dem ein QR Code drauf war. In Österreich hätten wir ihm ihn nachgeschossen, doch wir wissen uns im Ausland zu benehmen. Also, das geht so: Mit einem Handy und dem QR Codeleser kommst du in die virtuelle Speisekarte. Natürlich ist die nur auf italienisch. Daher braucht man ein zweites Handy mit dem du mit dem Google Übersetzer die Schrift auf deutsch übersetzt. Wir bestellten zwei Classic Burger. Was es nicht gab war Ketchup, Mayo, Pommes und dergl. Also pimpten wir den Burger mit dem Gewürzküberl vom Tisch. Scharf, Dings und Olivenöl. Dann ging er runter. Bald darauf brachen wir auf und sind zum Hotel zurückgefahren.
Wohlverdienter Nachmittagsschlaf. Gegen 19:00 sind wir zu Fuß in den Ort auf ein Eis, anschließend Ortserkundung und sind dann schließlich in einer Pizzeria hängengeblieben. Wir teilten uns eine Pizza mit Unmengen Fliegen. Wir kamen mit dem Wacheln nicht nach, Pizza gut, Birra auch.
Nach der Ortserkundung und Besteigung der uralten, römischen Steinbrücke namens Pont Saint Martin, woher auch der Ort seinen Namen hat, sind wir ins Hotel. Fotos einspielen, Bericht schreiben.
8km und viele Stunden unterwegs.
Tag 5 Von Pont St Martin (I) nach Valfrejus (F) bei Modane.
Tag der Wahrheit. Nach dem Frühstück sind wir gleich mit der XT zur Werkstätte gefahren. Beim Wegfahren kam das Mädel der Rezeption und meinte, wir müssten noch bezahlen. Wir haben ihr ausgedeutscht beziehungsweise ausgeitalienischt, dass wir wiederkommen. Es ist ja eh noch alles am Zimmer. Wir nur mit Helm und Kutte in die Werkstätte gefahren. Die dort sehr freundlich, haben gleich eine offizielle Rechnung für die Abschleppung ausgedruckt aber beim Ventil schaute traurig aus, sie haben keines. Meuli ist vis a vis zum Mini Reifenschuster, dort aber auch niente! Aber er kam mit einer Adresse einer Esso Tankstelle zurück, der Reifenschuster meinte, die haben das, die können das!
Präsi baute in Windeseile den Reifen aus, da hams gschaut die Autoreparaturbuben, wollten uns eine Gun geben. „Na sicher ned, a Ratschn und a Thorx reicht, danke“

Aufgesessen, XT an der Belastungsgrenze, Vize, Präsi, und Hinterrad der BMW. Bei der Esso Tankstelle eingetroffen stellte sich uns folgendes Bild: Verwahrlost und zu. Aus einer hinteren Werkstatt kommt ein Tischler und meinte, die Tanke hat heute zu, da Todesfall in der Familie. „Oida, des gibt’s jo ned!“Geht’s doch da rüber zu dem anderen. Dort eingetroffen fuhr gerade der Chef vor, der wusste anscheinend schon von unserem Problem und hatte auch gleich sein einziges Ventil bei der Hand. Juchuu! Reifen auf die Reifenmaschine und runter damit. Doch böses folgte. Der Reifen war durch das mit fast keiner Luft bis zur Notrufsäule fahren, kaputt. Innen cm hoher Gummiabrieb und sogar Fetzen. Wo ist das nächste Geschäft? Anselmo Gome wusste Bescheid, er hat einen Haberer der hat ein Motorradfachgeschaäft, aber heute zu, weil Montag!? Aber er hatte seine Telefonnummer und verschwand für etwa 30 min. Dann kam er mit zwei Reifen, einen Straßenreifen und einen Pirelli Scorpion Rally STR, entwickelt für die Wüste. Wurscht, rauf damit. 340 € für alles bezahlt und wieder zurück zur Autowerkstatt und dort in 4 Minuten den Reifen wieder montiert. Danke, ciao, baba. Im Hotel angekommen, jeder 2 Liter Soda Zitron getrunken, packen und Abreise. Es konnte weitergehen.
Wir waren wieder on the Road Richtung Aosta.
Nochmal Reifendruck gecheckt, etwas abgelassen und weiter. Nach einer Weile, bereits nach Aosta sahen wir links einen Wasserfall und ein Tschocherl direkt daneben. Wir nahmen Platz mit Blick auf Wasserfall und auf den Mont Blanc, auf italienisch Monte Bianco.

Ein kleiner Gusto machte sich breit, wieder jeder 1 Liter Mineral und Präsi bestellte ein Platterl für jeden.
Alter Schwede, ein Holzbrett mit verschiedenen Schinken- und Käsearten, ein Genuss.

So waren wir gestärkt für den ersten Pass, den Colle San Carlo (1971m), gefolgt vom Kleinen Bernadinapass mit 2188m, auch Col du Petit Saint Bernard, der das Ise‘retal mit dem Aostatal verbindet. Damit waren wir schon in Frankreich. Auch Hannibal mit den Elefanten soll hier rüber sein!!
Nach dem Pickerl- und Magnetkauf, waren wir dort die Attraktion für 3 Chinesen, aber ohne Contrabass.

Sie wollten unbedingt mit uns fotografiert werden, von vorne, von hinten mit Mopeds, das volle Programm. Die Männer durften sich noch auf die Bikes setzen, sind fast nicht raufgekommen, waren eher klein. Nach großer Verabschiedung fuhren wir weiter und genossen die Abfahrt. Rechts ein Steinbrückerl und eine steinige Zufahrtsstraße, na, da müss ma hin.


Über die 180m hohe Tignes-Talsperre (frz. „Barrage du Chevril“), welche die Isère zum „Lac du Chevril“ aufstaut, in dem 1952 das alte Dorf Tignes verschwand., fuhren wir weiter nach Val D Isere, bekannt von den Skirennen.


Ab hier geht’s auf den Col de Liseran 2770m. Wir sind die einzigen. Hin und wieder kommen uns einige Radfahrer entgegen und auch 4 Bikes.(mehr dazu später). Vielleicht liegt es daran, dass der Pass noch Wintersperre hat. Auf 2770m, so hoch waren wir mit dem Bike noch nie, haben wir uns mal vor die Tafel gestellt und ein Echt’n Pickerl hingeklebt. Zwei Radfahrer kamen auch rauf, der eine mit schmerzverzerrtem Gesicht gehend, der andere fuhr. Krämpfe plagten ihn. Meuli half mit zwei Magnesium Sticks aus. So sollte es sein im Straßenverkehr, alle passen gegenseitig auf sich und die anderen auf.

Da war aber immer noch diese Absperrung… die mit den Bikes schnell umfahren war und so ging unsere Tour weiter. Keine zwei Kurven später ein Schneematschfeld mitten auf der Straße, dass wir gekonnt genommen haben. Was wir vergasen zu berichten. Murmeltiere ! Auf der Straße, neben der Straße auf den Felsen. Schön zu beobachten. Wir sind oft stehen geblieben um sie zu fotografieren. Eine Steinbrücke und ein Steinhaus ließ uns anhalten, ein paar Meter gehen und dann haben wir uns einfach in die Wiese gesetzt und dem Bach zugehört. Wahnsinn, super.
Der nächstgrößere Ort war Modane. Hier haben wir bereits an ein Hotel gedacht, es reichte uns heute schon. Eine kurze 12 Spitzkehrenstrecke bergauf nach Valfrejus. Hier haben wir das einzig offene Hotel gefunden und wollten eigentlich nur noch ein Zimmer, zwei Betten eine Dusche, ein Klo. Hatten sie. Rauf ins Zimmer, umgezogen und ins Pup vis a vis auf: „Dö Biers siwublee! Und dö Hamburger Big Mama“. Das beste Essen, dass Präsi in Frankreich je gegessen hatte, sagte er, und er war schon öfters in France. Ab ins Zimmer, duschen, Bericht schreiben, gute Nacht.
9 Stunden unterwegs für 274km.
Tag 6 Valfrejus bis Chateauroux les Alpes Hotel Chambres dhotes Les Peschiers
Frühstück in Frankreich - naja. Wobei die Nutelladose mit Zapfhahn, da haben wir geschaut.
Frühstücksgeplauder noch mit einer Partie Bayern, die sich gestern nicht über den gesperrten Cole de Liseran trauten. Einer ging vor, als der die vereiste Fahrbahn sah, haben‘s umgedreht und sind Unmengen km retour gefahren. Wir starteten los, nahmen die Abzweigung ins schwere Gelände. Unten war eine Baustelle und der Verkehr stand still, während wir von oben über den Schotterweg runterkamen. Im Stau stand ein GS
Fahrer mit Sozia und war hell erfreut uns zu sehen, ja der freute sich, weil wir die Mopeds artgerecht führten. Wir nahmen bei der Ampel die Pole Position ein und schon wars grün. Unglaubliches, deppertes Gesicht des Ampelmännchens (Was kam da von links vom Berg runter? A XT und danach a GS, unverständliches kopfschütteln, dann breites Grinsen. )
Unser erster Pass ist der Col du telegraphe auf 1566m.

Nach dem obligatorischen Foto wurde es etwas kühler, der Schnee links und rechts der Fahrbahn wurde höher, wir erklommen den Col du Galibier auf 2642m. Während der Fahrt wurden wir von Kurven Fotografen abgeblitzt, diese Fotos kann man sich später im Internetz ansehen und kaufen. Wir hielten an und genossen die Höhenluft, die Gespräche mit anderen Bikern und bewunderten die Radfahrer, die sich hier einen Abstrampelten. Auch hier haben wir ein Echt’n Pickerl hingeklebt. Man will ja Flagge zeigen.


Es ging wieder abwärts. Bei der Staumauer des Sees Lac du Chambon war eine Baustelle und wir wurden durchgewachelt, aber da war auch ein guter Aussichtspunkt und wir blieben stehen, während Präsi schnell nach hinten ging um die Staumauer des zu fotografieren, hams die lebenden Ampelmännchen nicht geglaubt, dass wir hier stehenbleiben und haben sich schon auf den Kopf gegriffen, aber nach 1 Minute waren wir eh wieder on the road. Wir wichen etwas von der eigentlichen Tour de Alps ab, denn sonst wären wir nach ein paar Tagen wieder zu Hause gewesen.
Und so fuhren wir den nächsten Pass in die Höhe, doch der war dann wirklich gesperrt, aber nicht wegen Eis und Schnee sondern wegen Bauarbeiten. Lulu gehen und wieder retour.

Das anstrengende Kurvenfahren macht müde und so haben wir uns in der nächsten Ortschaft eine Kleinigkeit zu essen geholt. Mineral, Kaffee und Spaghetti.
Der nächste Pass war der Col du Ornon mit 1371 m, nicht wirklich eine Herausforderung. Gefolgt vom Col de Parquetout mit 1382m, ein Schnäppchen sozusagen. Es wurde wärmer. Wir gönnten uns ein Eis und ein Coca-Cola, für den Zuckerausgleich, wir waren nur noch 17km von unserem Ziel entfernt und befanden uns auf der Route de Napoleon.
Was es mit dieser Route auf sich habt, könnt ihr selber googeln. Via Booking.com bestellte Vize ein Zimmer in WasweissdenichwiedieseOrtschaftheißt. Papee de soul de la wos was i.
Paul, der Vermieter war sehr freundlich und gab uns den Kühlschrank frei. Duschen und im Garten Bericht scheiben. Zu dieser Zeit haben wir bereits eine Flasche Draft Beer 7% und eine Flasche Weißen hinter uns. Vize kam jetzt mit einem Glas getrockneter Bananenscheiben aus dem Haus. Oida, wos is des, schmeckt nach nix, owa du host wos zum kifen. (ki: feen). Na, da halten wir uns an die zweite Flasche, derer zu Rose. Während des Schreibens quälten uns diese unnedigen kleinen Scheißfliegen, obwohl wir eh schon geduscht waren. I drah duach. Vize knabberte inzwischen die Deko (Bananenscheiben) hahah. 254 km, 08:30 – 17:30, 9 Stunden
Tag 7 Von Chateuroux bis Beuil
Nach einem kleinen Frühstück bei Paul. Schinken für vier Leute, hat sich Präsi auf eine Scheibe Baguette gelegt. Den Käse teilten sich Vize und Präsi, die ebenfalls einquartierten Polen… naja, gut, die wussten nicht, dass es Schinken auch gab. Abreise um 09:00. Der hauseigene Wauzi hat inzwischen auf die Bikes aufgepasst.

Wir fahren los und der Erste Pass für heute ist der Col de Vars auf 2109m. Wir redeten am Pass mit einer Gruppe Lienzer 4 Pärchen., die wir Stunden später in Valberg wieder treffen werden. Auch sie haben am Col d Ilseran umgedreht….naja, jeder wie er glaubt. Wir wichen von der Tour de Alps ab, als wir das Schild Col de Bonette 2802m sehen. Wir ackern die Kehren ab, als wir zwei Mopeds überholen, die wir gestern schon gesehen haben. Zwei Deutsche (unmotorized Idiots), mit denen wir am Fort am Bonettepass ins Reden kamen.

Oldschoolbiker, mit Schlafsack und Zelt. „Gibt’s eigentlich Probleme mit den Dingern?“ „Ständig, aber du nimmst jeden Tourenfahrer die letzte Würde, wenn du mit den Mopeds auftauchst!“ Wir tauschten Pickerl aus, verabschiedeten uns und nahmen die letzte Anhöhe in Angriff. Über dem Fort gibt es noch etliche Bunker.

Oben angekommen, würde es noch eine Runde um den Berggipfel gehen, doch die Auffahrt ist mit einer Fuhre Schnee des Schneepfluges versperrt. Wir überlegten gegen die Einbahn zu fahren, Radfahrer fuhren auch, doch die können ihre Drahtesel über die Hürde drüberheben. Gegen die Einbahn würde es mit viel Mühe, Angst und übertriebenem Leichtsinn gehen. Wir entscheiden uns dagegen, nicht nur, weil es links ungefähr 400m steil bergab geht. Was ist schon ein Gipfel, gegen die Unendlichkeit. Der Punkt hat auch 2729m laut Navi. Wir rattern wieder nach unten, einige Mormotts queren unseren Weg, die sind so niedlich, die kleinen Racker.
Wir kamen an einer kleinen ehemaligen Siedlung vorbei, einige Steinhäuser denen allen das Dach fehlt. Seit einiger Zeit fuhr uns ein Deutscher nach, den wir gestern schon gesehen hatten. Als wir rechts raufschauten, sahen wir eine Ortschauft auf den Fels gestellt, das sah so unecht, wie eine Gebirgsortschaft auf einem Berg der Faller Eisen-bahn H0, aus. Wir bogen dorthin ab. Ein wahrer Augenschmaus. Der Ort hieß Roubion. Doch weil es in die falsche Richtung gehen würde, drehten wir nach dem Dorf um und fuhren zurück.

Runter und wieder rauf. Der nächste Pass am Weg war der Col de Couillole auf 1678m. Der Tank war schon ziemlich empty. 50km noch. Wir kamen an einen Kreisverkehr in Beuil, verdammt, wir brauchen Sprudel. wir fuhren weiter. Das Navi zeigt uns in 0,8km eine Tankstelle an… aber hinter uns, das gibt’s ja nicht, wo wäre die? Zurück. Am Kreisel mussten wir lachen, eine Zapfsäule mit einmal Diesel, einmal 95 und Bankomatzahlung. Wir füllten auf und da fuhr der Deutsche aus Dresden wieder vorbei. Entspannt, weil Sprudel voll, fuhren wir weiter. Im Skiort Valberg treffen wir die Lienzer wieder, die schon von der Weiten schrein: Die Kuttenfahrer kommen!“ Super, wir freuen uns und tauschen wieder einige Infos aus.
Sie kamen aus der Gegenrichtung und schwärmten von einem Pass mit roten Felsen. Später kamen wir in ein Tal, da stand am Verkehrszeichen 17 Tunnels! In die eine Richtung fährt man durch diese durch, die Gegenrichtung fährt am Berg vorbei. Unvorstellbar schön. Wir drehten sogar um, um auch die Umrundung des Berges zu erleben.
Im nächsten Ort Entrevaux befand sich eine wunderschöne Burg. Wir machten Pause. Ein Liter Mineral und ein Salat mit Käsekugel in der Mitte. Bist deppert, ein Genuss. Google Übersetzer machte alles möglich. Hier hatten wir gleich ein Hotel gebucht und sind auch noch durch den roten Canyon, von dem die Lienzer so schwärmten.
Um 18.00 Uhr waren wir in Beuil im Hotel Genepi.
In der Ortschaft waren wir heute schon, wir sind alle Straßenzubringer des Kreisverkehrs gefahren. Im Garten des Hotels trafen wir einen Schweizer GS Fahrer, ziemlich jung. Er montierte gerade ein Vorderradbremsscheibenschloss und dann zog der aus der Packtasche noch eine Garage raus!!? „Was ist das?“ „Ja, gegen den Regen.“ „Oida, sowas haben wir noch nicht gesehen. Du weißt schon, dass sie auch nass werden darf?“ Kurze Geschichte am Rande, der Papa ist Notarzt und ein ganz penibler, da ist der Koks ein Anfänger dagegen. Die Maschine muss tippi toppi sein. Es gab schon Tage, da ist der Paps mit der Sprühflasche und mit dem Mikrofasertuch drübergegangen. Ok, liebes Gespräch, aber es warten 2 Bier auf uns, wir sehn uns später.
09:00 bis 18:00 Uhr, 9 Stunden und 235km.
Tag 8 von Beuil bis Limone Piemonte
Wir verabschiedeten uns von den beiden Schwaben, mit denen wir gestern bis 23:30 fachgesimpelt haben, machten noch ein Foto vom Mopedzudeckervatersmoped und gingen es an. Keine 10 min Fahrt springt ein Rehkitz vor Vizes Moped, Bremsung, alles gut.
Der erste Pass ist heute der Col Saint Martin mit 1503m. In einem Ort springt diesmal ein ausgewachsenes Reh von links 2m von einer Mauer runter, vor Vizes Moped und weiter über die Leitplanke und weg war es. Mitten im Ort! Weiter über den Col de Turini mit 1607m.
Der ansässige Wirt ist ein Sammler der Rally Monte Carlo. Tausende Andenken und Fotos hängen im Lokal. Wir fanden den österreichischen Weltmeister Walter Röhrl und pickten ein Echt’n Pickerl an die Eingangstüre neben die anderen Hundert.

Es ging wieder abwärts. Der erste Blick aufs Meer

Weiter über den Col de Castillon mit 706m. Es geht immer weiter abwärts und es wird zunehmend wärmer. Wir trafen um 13:00 Uhr in Menton ein. Palmen, Sonne und Meer.

Doch wir wollten zum Endpunkt der Tour de Alps. Ein übergroßer Kanaldeckel. Vize hatte die Koordinaten und dort stellten wir die Bikes ab. Fanden den Deckel aber nicht. Mit zwei Handys und Navigator gingen wir hoch-schwitzend mit voller Panier zwischen den Palmen auf und ab und suchten. Dann, dort, ein kleiner Platz, abgesperrt mit einem gelben , schweren Schranken, und.. das gibt’s jetzt aber nicht, saßen doch genau am Schranken vor dem Deckel die zwei Deutschen mit ihren Mopeds. Große Begrüßung. Wir haben es geschafft, wir waren am Endpunkt der Grand Tours de Alps, oder am Beginn, je nachdem.

Wir tauschten wieder Infos und Bilder aus, machten aber auch genug und verabschie-deten uns bald wieder in die kühleren Berge.


In Sospel setzten wir uns in die Taverne und genossen eine kalte Platte mit Pommes. Nach der stärkenden Mittagspause fuhren wir über den Col de Breuis 879m.
Der nächste auf der Liste bereits nach Italien ist der Col de Tende mit 1871m. Hier wurde in den letzten Jahren eine Autobahn in die Landschaft gelegt. Plötzlich Kolonne, alles stand, wir fuhren nach vorne, eine Mega Baustelle und die nächste Zeitspanne zum Überqueren war um 18:15 Uhr. Jetzt war es knapp 16:45. Was tun? Andere Strecke planen. Da müssten wir wieder runter bis ans Meer, dazwischen gab es keine Querstraße.
Wir fuhren in den letzten Ort zurück und stellten uns zu zwei Mopeds aus BL und LN. Wir planten und schauten, kamen die zwei Biker, der eine erkannte Präsi und sagt: „Schwechat!“ Ein ex Arbeitskollege von Enzo. Wir tratschten eine Weile, fuhren tanken und nahmen nochmal die Auffahrt. Hinter uns hat sich ein Slowake angehängt. Jetzt stand schon eine mächtige Schlange. Ganz nach vorne. Wir fragten den Arbeiter, ob die alte 46 Kehren Straße offen ist, aber er verneint, Strada deformata, wir müssen durch den 3182m langen, 2020 erbauten Tunnel.
Oberhalb der Tunnelnordeinfahrt ist die Nordrampe – in Italien – mit ihren 12 Kehren eher unauffällig. Die Südrampe (in Frankreich) hingegen zählt mit ihren teils dicht übereinanderliegenden 46 Kehren zu den spektakulärsten Passstraßen der Alpen. Sie ist nur zum Teil asphaltiert und derzeit wegen den Bauarbeiten gesperrt.
Es kam ein Safety Car und dahinter etwa 50 Fahrzeuge, am Schluss noch ein Safety Car. Der Schranken öffnete sich pünktlich und wir cruisten hinter dem blinkenden Fahrzeug nach. In Italien verabschiedete er sich und gab die Straße frei. Gleich im nächsten Ort Limone Piemont haben wir ein Zimmer bestellt. Wir fanden gleich hin (durch die abgesperrte Fußgängerzone – na, wenns das Navi sagt!), checkten ein und nahmen due Birra. Wir waren noch motiviert und fuhren ohne Gepäck auf den Cole di Tende, diesmal von der italienischen Seite. Alles super

Oben angekommen, gehts noch weiter auf 1905m zum Fort Central, dass 1880 von den Italienern erbaut, zu einem Verteidigungsring in den Alpen gehörte.

Über eine Schotterpiste ging’s hinauf. Wir erkundeten die Gegend und machten etliche Fotos. Bei einer Infotafel sahen wir genau auf die Baustelle runter, wo wir zuerst gestanden sind. Ebenso Blick auf die 46 Kehrenstrecke.

Wir fuhren offroad zum nächstgelegenen Fort weiter und wen trafen wir da? Bereits Zelt aufgebaut und kochend mit Carbidkocher? Den Slowaken! Zufälle gibt’s. Wir fuhren zurück und haben uns im Ort eine Pizza und ein Birra gegönnt.
269km 09.00- 21:00 Uhr, 12 Stunden unterwegs
Tag 9 Von Limone Piemont nach Castell Arquato
Nach einem süßen Frühstück brachen wir um 09:30 auf. Durch Piamont durch, die Straßen sind keine Höhepunkte. Die Gegend auch nicht. Als einzigen Pass können wir den Passo Penice nennen, der sich mit 1149m in unsere Liste schreibt. Wir kamen gegen 19:00 in Castell Arquato an, die ganze Ortschaft ist, so scheint es eine Burg. Die Straße ist mit rundgeschliffenen Flusssteinen gepflastert. Wir beziehen das Hotelzimmer. Schon der Weg dorthin gestaltete sich zu einer Rätselrallye. Hier war niemand, wie booking.com haben wir die Codes für die Eingangstüre, eine weitere und die echte Zimmertüre erhalten.
Die Codes funktionierten eh gleich bei der 4.Eingabe. Da bekommt man ordentlich Blutdruck. Schließlich hat alles funktioniert und wir konnten sich in der Minidusche frisch machen und dann gleich zum Abendessen. Der Platz war wunderschön und laut, ein riesiger Schwarm Schwalben drehte blitzschnell seine Runden und die machte einen Höllenlärm. Als wir uns zum Tisch setzten, habens einem anderen Gast genau auf die Glatze geschissen. Giovanni, der Kellner brachte die Schinkenplatte und erklärte mit welchem wir anfangen sollten, da steigerte sich der Geschmack. Auch das Mischgetränk zwischen Bier und Wein war erfrischend und überraschend gut. Na, da nahmen wir doch gleich mehr. Wir waren mit Giovanni hoch zufrieden und er mit uns und dem Trinkgeld.
Jetzt noch etwas Fußball WM schauen. Das Internet war unter aller Würde.
387km 09:30 bis 19:00 Uhr. 9,5 Stunden unterwegs
Tag 10 Von Castell Arquato nach St Caterina Valfurva
Das Frühstück, wie soll man es beschreiben. In einem Einkaufskörbchen waren zwei Schüsseln mit je 2 süße Dinger. Eingepackte Kracker, Zwieback, 2 Joghurt, 1/4l Milch. Kaffeemaschine hatten wir am Zimmer. 2 Kaffee, der Rest ging zurück an den Absender. Abfahrt um 9 Uhr.
Wir richteten uns Richtung Cremona und kamen bei 39 Grad angezeigter Temperatur auf Meulis Bike in Peschiera del Garda an. Wir fuhren am Südende des Gardasees beim Carnevaworld vorbei, wo wir schon einmal mit einer ganzen Menge Leute die Wasserwelt unsicher gemacht hatten, vorbei. Der Verkehr ist hier ein Wahnsinn, Unmengen Leute und Radler auf der Straße, die Hitze tut ihres dazu, Wir schwitzten waagrecht aus dem Gore Tex. Ab in die Berge Richtung Affi über den Monte Baldo 1617m. Wir blieben stehen und schauten auf den Gardasee hinunter.

Wir brauchten eine Pause und gönnten uns einen Salat, das glaubt zwar keiner, war aber so. Nach der Stärkung gings auf den Passo San Valentino mit 1314m. Weiter über den Passo Tonale mit 1883m.

Als nächstes erklommen wir den höchsten Pass für heute, den Passo Gavio mit 2621m. Die Auffahrt war ziemlich eng, eineinhalb Fahrzeugbreiten, höchstens. Wenn dir was entgegenkommt, wird’s ziemlich eng. Vor uns fuhr eine Gruppe portugisischer Kuttenfahrer, die aber alle aus Deutschland kamen. Klingt komisch, war aber so. Auf der Passhöhe holten wir uns ein Pickerl und ein Patch als Erinnerung. Es war bereits 18:00 Uhr. Die Abfahrt ging schneller, nur wieder auf die Murmeltiere aufpassen.

In Santa Caterina sah Präsi ein Sporthotel, schnell gefragt, ob sie ein Zimmer hätten und schon parkten wir ein. Die Dusche tat wirklich gut und schon saßen wir beim Abendessen. Die nette Dame redete irgendetwas von Menü, wir bejahten und schon kam das Bier. Das große Salatbuffet lockte uns an, noch bevor die Vorspeisespaghetti eintrafen war unsere Salatschüssel fast leer. Wir hätten mit dem Salat schon genug gehabt, aber nach den Nudeln kam noch ein pipifeines Rindfleisch mit gebratenem Gemüse und Erdäpfel. Danach noch ein Obstsalat mit einer Eiskugel. Wir verdrehten schon die Augen. Ein Pfefferminzplättchen hätte gereicht und uns hätts zrissn. Wir schmissen uns in die Ledersessel, schrieben Bericht, spielten die Bilder ein und ließen die heutigen Eindrücke mit einem Gin Tonic nochmal Revue passieren.
9 bis 19 Uhr, 10 Stunden unterwegs für 377km.
Tag 11 Von St Caterina Valfurva bis Söll
Wir starteten nach dem Frühstück in etwa 1700m Seehöhe und fuhren runter bis Bormio um dann die Auffahrt auf das Stilfserjoch zu beginnen.
Das Wetter war gut, die Sonne schien, besser hätte es gar nicht sein können. Die letzten Tage schneite oder regnete es am Joch, doch heute nicht. Natürlich herrschte oft auch Stau beim Hinauffahren, nicht immer kam man leicht bei den Radfahrern vorbei, doch die brauchen auch ihren Platz. Und nicht jeder Biker beherrscht Kurven oder Spitzkehren. Es ist aber alles gut gegangen und wir kamen um 10:00 am Stilfserjoch (2758m) an.
Wir kauften uns Pickerl und genossen die Aussicht, tratschten mit den Betreibern der dortigen Würschtlhütte, schmissen uns in den Schnee und fuhren noch etwas weiter nach oben um die Straße gut fotografieren zu können.

Wer sich geographisch auskennt, weiß, als nächste Bergstrecke stand der Reschenpass an. 11:33 Eintreffen in Graun (1520m). Heute ein schöner Aussichtspunkt, doch was sich hier früher abgespielt hat, war menschenunwürdig (selber googeln). Gruseliger Filmtipp: Curon!

Bei der Weiterfahrt kamen wir durch Nauders durch und da geht’s am Ortsende nach Samnaun – Zollausschlußgebiet und in der Schweiz liegend (1844m). Natürlich fuhren wir die Bergstrecke auch noch. Ein Liter Super kostet dort 1,33€. Jetzt gings nur noch bergab, durch Innsbruck und übers Kühtai 2020m. Wir fanden ein Hotel im Söll. Nach der Körperpflege eine Runde durch den Ort. Restfestbesucher und Polterabendpartie, sehr angenehm und wir mitten drin. Danach in ein Lokal, wo wir auch wieder sehr freundlich aufgenommen wurden und mit 4 Tischen zugleich redeten.
337km, 9 Stunden unterwegs, 9 bis 18 Uhr.
Tag 12 Von Söll bis Admont
Wir starteten wie jeden Tag nach dem Frühstück, diesmal wieder ein g’scheites Frühstück. Beim wilden Kaiser vorbei, Richtung Kitzbühel auch beim berühmten Stanglwirt vorbei, nach Hochfilzen, weiter über den Grießenpass 1290m. Vorbei am „Steinernen Meer“. Schon beachtlich diese Bergkette. Weiter über Dienten am Hochkönig über die Hochkönigsstraße und den Dientner Sattel 1071m.
Präsi war das letzte Mal als Kind beim Wasserfall in Bad Gastein, wenn wir schon da sind, fahren wir nach hinten ins Tal. Der Wasserfall führt ja mitten durch den Ort.

Wir machten etliche Bilder und nahmen auch die steile 1m breite Straße, zum Kraftwerk. Mit unseren Mopeds natürlich kein Problem.

Als wir aus dem Gasteinertal wieder rausgefahren sind, war unser nächster Stopp in Wagrain. Andi wollte zu Resi auf das Grießenkareck zur Gifthütte, doch telefonisch nicht erreichbar, auch der Jägerseewirt in Kleinarl hat am Montag zu. Also Richtung Flachau, Reitdorf nach Eben. Hier eine Mittagspause und dann kam die Überlegung auf, da wir ja mit der Schule immer hier Skifahren waren, zu schauen, ob es das Jugendgästehaus noch gibt. Präsi merkt sich ja anscheinend wirklich alles, wo er schon mal war. Nach über 45 Jahren, wusste er noch …über die Bahn drüber und die Straße rauf, leichte Linkskurve. Vom Haus konnte man über die Reitlehen, so der Name der Piste zum nächsten Doppelsessellift fahren. OK, das Haus gibt es noch, ist jedoch in anderen Händen und zu einer großen Pension umgebaut. Wieso weiß Präsi noch den Namen der Skipiste, das ist über 45 Jahre her.
Weiter nach Abtenau und den Pass Gschütt 957m. Vorbei am Hallstättersee, Bad Ischl, über den Weißenbachersattel (566m) zum Attersee. Dort haben wir uns einen Saft und ein Eis gegönnt und 10 min im Liegestuhl im Schatten gelegt. Als wir am Abend die Fotos ins FB einspielten, bekam Präsi ein Whattsappnachricht, dass ein ex FW Kamerad dort nur 1 Minute entfernt wohnt und er hingekommen wäre, wenn er es gewusst hätte. Gut, da könntest in ganz Österreich mit Präsi irgendwem besuchen.
Über die Grossalmstraße gings über die Taferlhöhe 829m. Altmünster am Traunsee und über den Phyrnpass 954m nach Liezen Die Skiurlauber werden es nicht glauben, Liezen komplett verkehrsfrei. In Admont haben wir im Hotel eingecheckt. 9 Stunden unterwegs für 434km.

Tag 13 Von Admont nach Schwechat
Wir fuhren nicht durchs Gesäuse, sondern links über die B117, runter nach Palfau, Lassing, Gaming, Jessnitztal, weiter über das Pielachtal. Dann sahen wir das Schild „Burg Plankenstein“. Wollen wir noch hin? Sicher, vielleicht hams a Taverne! Mit dem Bike über die Zugbrücke bis ins Burginnere. Wir nahmen im Garten Platz und waren von der Burg begeistert. Vielleicht fahren wir mit dem Club wieder her auf a Ramba Zamba Party.

Über St. Veit an der Gölsen nach Laaben in den Wienerwald und über das Helenental in den Club. Dort aufgeschlagen um 16:00 Uhr. Ein kleines Empfangskomitee klatschte Beifall als wir ankamen und servierte gleich ein Bier.

Somit nahm unsere Grand Tour de Alps glücklich und müde ihr Ende. 9bis 16:00 Uhr 6h45‘ unterwegs, 278 km.
Fotos: Vize und Präsi -Präsi-
Resumee:
Grande Tours de Alps:
Der offizielle Startpunkt der legendären Route des Grandes Alpes liegt in Thonon-les-Bains am südlichen Ufer des Genfer Sees in Frankreich. Von dort aus führt die rund 700 Kilometer lange Panoramastraße über 16 bis zu 2764 Meter hohe Alpenpässe bis nach Menton an die Mittelmeerküste
Reisezeit: 4.6.2026 bis 16.6.2026 – 13 Tage.
Die Zeit bietet sich an, da alle Pässe schon offen sind. Die ein oder zwei gesperrten Pässe kann man mit Reiseenduros sicher bewältigen. Je nach Können. Und! Im Süden ist es noch nicht gar so heiß, obwohl zeigte das Thermometer am südlichen Gardasee über 35 Grad an.
Fahrzeit: Die Tour ist auch in 12 Tagen ohne Stress zu schaffen. Wir hatten 1 Tag Pannenpause und sind auch von der Tour abgewichen um einige andere Pässe auch noch zu fahren.
Pannenkosten: Abschleppdienst 225, neuer Reifen plus Ventil 340 inkl. Trinkgeld, Hotelkosten 2 Pers/2 Nächte 200,-. Für die Abschleppung und Hotel kommt der Schutzbrief des ÖAMTC auf.
Tanken: 12 Tankstopps, 161,33l Superbenzin zu 305,90 €. Aufgezeichnet bei der GS, die XT nahm meist einen Liter mehr auf.
Kilometer: Je nach Tacho: GS 3975km, XT 4133km gerundet 4000km.
Länder: Österreich, Schweiz, Italien, Frankreich.
Quartiere: Wenn man nicht im Zelt und Schlafsack übernachten will, sollte man je 100€ pro Nacht einplanen. Wir haben auch um 70€ mit Frühstück übernachtet.
Buchungen: Je nach Laune oder Müdigkeit haben wir meist kurzzeitig über booking.com gebucht.
Speisen/Getränke im Durchschnitt pro Tag/Mann 50.-
Routenplanung: Vize via Kurviger.de. Aber auch via google.maps wegen der Übersicht.
Bericht: Präsi. Gut, dass wir 2 Laptops mithatten, denn Vizes hat aufgegeben.
Fotos: 1285 Videos: 13
Einige Pässe, die wir gefahren sind:
Pack 1169m, Klippitzthörl 1644m, Furkelpass 1789m, Grödnerjoch 2136m, Sellapass 2250m,
Passo Crocedomini 1895m, Passo della Presolana 1297m, Passo di Zambla 1264m, Passo Colle San Carlo 1971m, Kleiner Bernadinapass 2188m, Col de Liseran 2770m,
12 Spitzkehren nach Valvrejus,
Col du telegraphe 1566m, Col du Galibier 2642m,
Col du Ornon 1371m, Col de Parquetout 1382m,
Col de Vars 2109m, Col de Bonette 2802m,
Col de Couillole 1678m, Col Saint Martin 1503m,
Col de Turini 1607m, Col de Castillon 706m,
Col de Breuis 879m, Col de Tende 1871m,
ligurische Grenzkammstraße zum Fort Central 1905m,
Passo Penice 1149m, Monte Baldo 1617m,
Passo San Valentino 1314m, Passo Tonale 1883m,
Passo Gavia 2652m, Passo di Stelvio 2760m,
Reschenpass 1970m, Pass Gschütt 957m, Weißenbachersattel (566m) Taferlhöhe 829m,
Phyrnpass 954m.
Ende des Abenteuers und der Geschichte.
